Krisen und Konflikte hemmen die Entwicklung von Ländern. Von dieser Feststellung ging 2015 unser Projekt „Frieden und Entwicklung in der Region Zentralafrika“ aus. Mit vier Stammtischen und einer Fachtagung wollten wir über die Hintergründe der Krisen informieren und die afrikanischen Communities in Berlin stärken.
200+
Menschen erreicht
4
Stammtische
3
Workshops auf der Fachtagung
Worum es ging
Zur Region Zentralafrika zählen diese Länder:
- Tschad
- Kamerun
- Republik Kongo
- Demokratische Republik Kongo
- Gabun
- Äquatorialguinea
- Ruanda
- Zentralafrikanische Republik
Konflikte waren dort an der Tagesordnung und bremsten die Entwicklung stark. Boko Haram im Norden Kameruns und religiöse Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik ließen neue Unruhen befürchten. Wir haben aber bewusst nicht nur auf die Kriege geschaut, sondern auch auf Frieden, Entwicklung und Lösungen. So eröffneten sich neue Perspektiven.
Afrika ist für die USA, Europa und China seit Langem wichtig – wegen Sicherheit und Terrorismusbekämpfung, aber auch wegen Energie und Rohstoffen. Beispiele sind das regionale Militärkommando der USA (AFRICOM) und die Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA). Die Rohstoffe der Region stecken oft in Technologien, die vor allem die westliche Welt nutzt. Trotzdem interessierten sich hierzulande nur wenige für Krieg und Leid in Zentralafrika.
Leitfragen
- Was sind die Ursachen der Instabilität – und welchen Anteil haben deutsche und europäische Interessen daran?
- Können Militärstrategien und wirtschaftliche Interessen mächtiger Staaten langfristig Frieden schaffen?
- Liegt ein dauerhafter Frieden überhaupt in ihrem Interesse?
- Welche realistischen Lösungswege gibt es?
- Welche Rolle spielt die afrikanische Diaspora im Friedensprozess, etwa in der DR Kongo?
Die Lage der Menschen im Flüchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg zeigte, wie global diese Krisen sind. Bestätigt sahen wir uns durch die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die im September 2015 verabschiedet wurde. Ihre Präambel hält fest: Ohne Frieden gibt es keine nachhaltige Entwicklung und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden.
Das Programm
- September und Oktober Vier Stammtische im Restaurant Nelson Mandela am 4. und 11. September sowie am 2. und 9. Oktober
- 21. November Fachtagung im August-Bebel-Institut Podiumsdiskussion, drei parallele Workshops und offene Diskussionen
Die Stammtische waren ein niedrigschwelliges Angebot zum Informieren und Mitdiskutieren. Es kamen Vertreter*innen der kongolesischen Botschaft, Mitglieder afrikanischer Gemeinden und Vereine sowie interessierte Bürger*innen. Es ging unter anderem um die Demokratische Republik Kongo und die Rolle der Diaspora. An einem Abend nahm eine Politikerin der Grünen aus dem Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Berliner Abgeordnetenhauses teil. Sie versprach, das Thema „Konflikt, Flucht, Friedensförderung“ in die Gremien mitzunehmen.
Auf der Fachtagung analysierten Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Diplomatie und Nichtregierungsorganisationen die Entwicklung in der Region. Danach teilten sich Podium und Publikum auf drei Workshops auf. Im Workshop „Rolle der Diaspora im Friedensprozess und der Gesellschaft“ stellten Mutoto e.V. und Bagandou e.V. ihre Projekte vor – etwa Präventionsarbeit an Schulen gegen die Radikalisierung von Jugendlichen und den Ausbau einer Schule in Bagandou. Auch Vertreter*innen der Konrad-Adenauer-Stiftung waren dabei.
Expert*innen aus der Diaspora
Ihr Wissen brachten Expert*innen aus diesen Organisationen ein – darunter drei Vertreter*innen der kongolesischen Botschaft:
- Mutoto e.V.
- FCA e.V.
- Bagandou e.V.
- Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg (FIBB e.V.)
- NARUD e.V.
- Botschaft der Demokratischen Republik Kongo
Das zeigt: Das entwicklungspolitische Engagement afrikastämmiger Menschen in Berlin wächst. Genau dieses bürgerschaftliche Engagement wollten wir mit entwicklungspolitischer Einflussnahme verbinden.
Was wir erreicht haben
- Die afrikanische Diaspora, für uns eine wichtige Zielgruppe, haben wir für das Thema sensibilisiert und ihre Rolle im Friedensprozess diskutiert.
- Viele lernten ein differenzierteres Bild der Region kennen. Sie konnten danach die Politik in afrikanischen Ländern und das Handeln der Industrieländer kritischer und realistischer einschätzen.
- Gemeinsam mit politischen Akteuren und Interessierten haben wir nach Lösungen gesucht und die Vernetzung der Beteiligten ausgebaut.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin (LEZ) gefördert.


