Wie findet Westafrika zu demokratischer Stabilität? Darüber diskutierten wir am 30. Oktober 2021 bei unserem Fachtag im ExRotaprint in Berlin-Wedding. Im November und Dezember vertieften wir das Thema in zwei Online-Diskussionen – zu Guinea und zur Elfenbeinküste.
Worum es ging
Im Mittelpunkt standen Guinea und die Elfenbeinküste. In beiden Ländern hatte der Präsident versucht, sich widerrechtlich eine dritte Amtszeit zu verschaffen.
Am Beispiel beider Länder wollten wir verstehen, wie demokratische Stabilität in Westafrika gelingen kann – ohne dass der Kampf um mehr Demokratie in neue Gewalt mündet. Und welche Rolle Deutschland und die afrikanische Diaspora dabei spielen können.
Ein Fachtag und zwei Online-Gespräche
Der Fachtag fand hybrid statt: im Projektraum „Glaskiste“ des ExRotaprint und zugleich online, mit Simultandolmetschung Deutsch–Französisch. Die beiden Online-Diskussionen setzten das Gespräch des Fachtags fort und vertieften es.
- 30. Oktober Fachtag „Frieden und Entwicklung in Westafrika“ 10:00–14:30 Uhr, im ExRotaprint und online
- 17. November Online-Diskussion „Guinea – Chancen zur Demokratisierung?“ 18:00–20:00 Uhr
- 3. Dezember Online-Diskussion „Verlockungen der dritten Amtszeit“ am Beispiel der Elfenbeinküste 18:00–20:00 Uhr

Guinea: Chancen für Demokratie?
Am 17. November ging es um Guinea. Dort hatte inzwischen das Militär den Präsidenten abgelöst. Wie war die neue Lage einzuschätzen? Welche Chancen und Hindernisse gab es für einen Demokratisierungsprozess? Und wie konnten Deutschland und die Diaspora ihn unterstützen?
Darüber sprachen eine politische Aktivistin und ein psychosozialer Berater. Das Gespräch wurde zwischen Deutsch und Französisch gedolmetscht.
Elfenbeinküste: die Verlockung der dritten Amtszeit
Am 3. Dezember richteten wir den Blick auf die Elfenbeinküste. Dort hatte sich der Präsident die dritte Amtszeit verschafft, Proteste wurden blutig niedergeschlagen. Zugleich gab es eine lebendige Zivilgesellschaft. Und der frühere Präsident, sein Gegenspieler im letzten Bürgerkrieg, war ins Land zurückgekehrt.
Zu Gast war ein Volkswirt aus dem Vorstand des Landesnetzwerks Afrikanischer Vereine (LAV) e.V.
Fragen des Abends
- Wie lassen sich in Westafrika Prozesse der Demokratisierung und Versöhnung anstoßen?
- Wie können Tribalismus, Regionalismus und Klientelismus überwunden werden, statt sie im Streit zwischen Regierung und Opposition noch zu verstärken?
- Wie lässt sich verhindern, dass der Kampf für mehr Demokratie zu Gewalt, Destabilisierung und Bürgerkrieg führt?
- Wie gelingen breite, inklusive Prozesse, die alte Lager überwinden, staatliche und rechtliche Institutionen stärken und das Erbe des Kolonialismus hinter sich lassen?
- Wie können Deutschland und die Diaspora solche Prozesse unterstützen?
Wie es weiterging
Zwei Jahre später griffen wir das Thema wieder auf: Nach den Putschen in Mali, Burkina Faso, Guinea und Niger fragte unser Fachtag 2023 nach den Chancen für Demokratisierung in Westafrika.
Die Veranstaltungen wurden von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert.
