Veranstaltungen

AMK-Fachtag 2023: Westafrika – Chancen für Demokratisierung?

Wann
Samstag, 28. Oktober 2023
Wo
Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding, und online
Partner
NARUD e.V.
Gefördert von
Engagement Global im Auftrag des BMZ Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin

Mali, Burkina Faso, Guinea, Niger: In vier Ländern Westafrikas hatte zuletzt das Militär geputscht. Bei unserem Fachtag am 28. Oktober 2023 im Kurt-Schumacher-Haus fragten wir nach den Gründen – und nach den Chancen für einen souveränen, demokratischen Wandel.

Worum es ging

Die Region beschäftigt uns seit Jahren: Guinea stand schon 2021 im Mittelpunkt, Mali und Niger 2022. Diesmal wollten wir verstehen, warum es zu den Putschen kam und welche Wege es zu einer souveränen demokratischen Entwicklung in Westafrika gibt.

Der Fachtag lief von 10:00 bis 16:00 Uhr, vor Ort und per Zoom, mit Simultandolmetschung Deutsch–Französisch.

Leitfragen

  • Was sind die Gründe für die Putsche?
  • Woran sind demokratische Transformationsprozesse bisher gescheitert?
  • Wie lassen sich stabile politische Bündnisse für eine nachhaltige Demokratisierung aufbauen?
  • Wie können diese Bündnisse schwache staatliche Institutionen, Klientelismus, Korruption und politische wie wirtschaftliche Abhängigkeiten wirksam angehen?

Vier Impulse

Am Vormittag beleuchteten vier Vorträge das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Putsche und ihre Folgen

Ein Professor der Universität Cheikh Anta Diop in Senegal fragte nach den Erklärungen für die Putsche und ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen. Und danach, wie autokratische Tendenzen das Regieren schwächen.

Zivilgesellschaft und Frauen

Eine ehemalige Abgeordnete aus Burkina Faso sprach über die Rolle der Zivilgesellschaft, besonders der Frauenorganisationen: bei der Lösung von Konflikten, beim demokratischen Wandel und im Einsatz für Frauenrechte.

Die Jugend

Eine Vertreterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung fragte, wie junge Menschen in Westafrika politisch mitbestimmen können. Und warum es bisher nicht gelungen ist, einen Gesellschaftsvertrag ohne koloniale Kontinuitäten zu entwickeln.

Internationale Akteure

Der Forschungsdirektor des Thinktanks WATHI aus Dakar nahm Deutschland, Frankreich, Russland, die EU, die AU und die ECOWAS in den Blick: Wo haben sie die Lage stabilisiert – und wo ungewollt das Gegenteil bewirkt?

Partnerschaft auf Augenhöhe

Nach einer Mittagspause mit afrikanischem Buffet ging es aufs Podium. Es diskutierten der Botschafter von Burkina Faso, ein Vertreter von Afrique-Europe-Interact, die Referent*innen und weitere Fachleute. Danach war das Publikum eingeladen mitzudiskutieren.

Im Mittelpunkt standen die Chancen für Demokratisierung, für wieder stabile Staatlichkeit und für souveräne Entwicklungswege. Wir fragten auch, wie Deutschland eine eigene Vision einer Partnerschaft auf Augenhöhe entwickeln kann. Und welche Rolle es für Frieden und eigenständige, antikoloniale Entwicklungswege in Westafrika spielen könnte.

Der Fachtag wurde von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert.