Projekte

Offensive gegen Arbeitslosigkeit in Douala und Foumban

Wann
August 2025 bis Juli 2026
Wo
Douala und Foumban, Kamerun
Partner
J2DC – Jeunesse pour le Développement Durable du Cameroun
Gefördert von
Stiftung Nord-Süd-Brücken im Auftrag des BMZ

Von August 2025 bis Juli 2026 haben wir mit unserem Partnerverein J2DC in Douala und Foumban 60 junge Menschen in moderner Kleintierhaltung und Futterherstellung ausgebildet, darunter 25 Frauen und 20 Binnenvertriebene. Wir haben sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Das Projekt knüpft an unsere Ausbildung in Motorradmechanik in Douala und Foumban an.

60

junge Menschen ausgebildet

12

Monate Theorie und Praxis

10

Gruppen mit eigener Produktion

70

Stunden Aufklärung im Radio

Ausgangslage

In Douala und Foumban haben Zehntausende benachteiligte Jugendliche, Frauen und Binnenvertriebene kein ausreichendes Einkommen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und trifft auch Menschen mit Qualifikation.

Eine Ausbildung in moderner Kleintierhaltung ist für viele kaum erreichbar: Sie ist teuer, Angebote sind selten, und Frauen werden in einigen Branchen an den Rand gedrängt. Gleichzeitig hängt die Region stark von Lebensmittelimporten ab. Kleintierhaltung braucht wenig Startkapital, schafft Einkommen und verbessert die Versorgung mit Lebensmitteln vor Ort.

So lief das Projekt

Ein neues Ausbildungsgebäude in Foumban

Auf dem Gelände von J2DC in Foumban ist ein eingeschossiges Gebäude mit rund 300 m² Grundfläche entstanden, gebaut aus regionalen Materialien. Es hat einen Theorieraum, eine 220 m² große Praxisfläche für Geflügel, Schnecken und Maikäferlarven sowie Räume für Verwaltung und Lager.

Eine Solaranlage überbrückt die häufigen Stromausfälle. Ein neuer Tiefbrunnen mit Solarpumpe sichert die Wasserversorgung.

Ausbildung in moderner Kleintierhaltung

Zwölf Monate lang lernten die Teilnehmenden in Theorie und Praxis, was sie für eine eigene Produktion brauchen: die Aufzucht von Masthähnchen und die Haltung von Legehennen, Impfpläne, Hygiene und Krankheitsvorsorge sowie die Herstellung von Futter aus lokalem Mais und Soja. Dazu kam die Zucht von Schnecken, Maikäferlarven und Pilzen – Nischen, für die man wenig Startkapital braucht.

40 Teilnehmende lernten in Foumban, 20 in Douala auf den Betrieben unserer Partner. Zum Abschluss erhielten die Absolvent*innen in zehn Gruppen Starter-Sets mit Küken und Aufzuchtfutter. J2DC begleitet die Gruppen bis zu ein Jahr lang mit monatlichen Besuchen.

Aufklärung über Lebensmittelsicherheit

Über die Radiosender MANDJARA in Foumban und DASH in Douala lief eine Aufklärungskampagne mit insgesamt 70 Stunden Sendezeit. Es ging um sichere, lokal erzeugte Lebensmittel, darum, wie man chemisch behandeltes Fleisch auf dem Markt erkennt, und um Infektionen durch unhygienisch verarbeitetes Fleisch.

Dazu kamen zwei Workshops zu „Lebensmittelsicherheit und menschliche Gesundheit“ mit Vertreter*innen des Viehzuchtministeriums MINEPIA, Züchter*innen, Händler*innen und Verbraucher*innen. Auch am Schlachthof und auf dem Zentralmarkt von Foumban gab es Aufklärungsarbeit.

Beratung für Gründer*innen

Gründungswillige, lokale Produzent*innen und Mitglieder von Initiativgruppen (GICs) erhielten Schulungen zu Unternehmensgründung und Rechtsformen, Buchhaltung und Steuern. Ein weiteres Thema war die Vermarktung, vor allem über soziale Medien wie Facebook und TikTok.

Ländliche Perspektiven entdecken

Auf Informationsreisen in und um Foumban lernten 20 Jugendliche aus der Stadt Bildungseinrichtungen und erfolgreiche kleine Betriebe kennen, darunter eine Geflügelfarm, eine Werkstatt für traditionelle Weberei und eine Imkerei. Die meisten können sich danach vorstellen, auf dem Land zu arbeiten, wenn sich dort eine konkrete Perspektive ergibt.

Was wir erreicht haben

  • 60 Jugendliche haben die Ausbildung in moderner Kleintierhaltung abgeschlossen, darunter 25 Frauen, 20 Binnenvertriebene und acht alleinerziehende Mütter.
  • 10 Gruppen haben mit ihren Starter-Sets eine eigene Produktion aufgebaut.
  • 10 Absolvent*innen arbeiten im neuen Musterbetrieb von J2DC, zwei weitere im Betrieb eines Tierarztes.
  • Mehr als 40 weitere Personen wurden zu Gründung, Steuern und digitaler Vermarktung beraten.
  • 20 Jugendliche aus der Stadt haben auf Informationsreisen den ländlichen Raum kennengelernt.
  • 284 Menschen haben wir in Workshops und vor Ort direkt erreicht, rund 37.000 über das Radio.

Wie es weitergeht

Das Ausbildungsgebäude in Foumban bleibt in Betrieb. J2DC führt es als Musterbetrieb mit Schwerpunkt Geflügel weiter und bietet dort gemeinsam mit der Berufsschule CENSAMA weitere Kurse in Kleintierhaltung an. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen die laufenden Kosten und Löhne decken.

In Berlin haben wir das Projekt am 24. Juni 2026 im Rathaus Mitte vorgestellt – im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen dem Bezirk Mitte und der Stadt Douala.

Das Projekt wurde im Rahmen des EZ-Kleinprojektefonds von der Stiftung Nord-Süd-Brücken im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.