Wann: Samstag 31. Oktober, 9.30 – 16.30 Uhr
Wo: ExRotaprint, Projektraum „Glaskiste“, Gottschedstraße 4, 13357 Berlin Wedding
Anmeldung und Rückfragen: amk-berlin@gmx.de (Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich, coronabedingt mit der Angabe Ihrer vollständigen Anschrift und Telefonnummer)
Tel.: 030/407 57 552

Frieden, Sicherheit und Stabilität sind Voraussetzungen für Entwicklung. Doch die Länder der Sahelregion stehen vor ganz besonderen Herausforderungen: Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes breitet sich von Libyen Destabilisierung aus. Der Waffenhandel blüht. Islamistische Gruppen terrorisieren die Bevölkerung und befeuern lokale Konflikte. Fluchtrouten durch die Sahelländer sind seitdem noch lebensgefährlicher.

Zudem führen der Wandel der Agrarstrukturen im Prozess der Weltmarktintegration und Bevölkerungswachstum zu Unterbeschäftigung, die in der Region vom verarbeitenden Gewerbe nicht aufgefangen werden kann. Freigesetzte landen im prekären informellen Sektor. Nach dem aktuellen UNDP Human Development Report liegen von den insgesamt 189 berücksichtigten Ländern Mali (182.), Burkina Faso (183.), Tschad (186.) und Niger (189.) ganz hinten. Zudem ist die Region besonders vom Klimawandel betroffen und Konflikte zwischen Bauern und Viehzüchtern um fruchtbares Land nehmen zu. Aber auch Folgen des Kolonialismus spielen eine Rolle: Künstlich gezogene Grenzen mit großer ethnischer Heterogenität und von den Kolonialmächten übernommene Formen der zentralistischen Staatlichkeit führten dazu, dass Armutsregionen mit besonders schwachen staatlichen Strukturen in den schon von den Kolonialmächten vernachlässigten Landesteilen dauerhaft marginalisiert wurden. Fehlendes Vertrauen in schwache staatliche Strukturen reproduziert Tribalismus und schlägt schnell um in Ablehnung. Vernachlässigte Bildungssysteme in diesen Regionen wirken ebenso als Nährboden für Terrorismus und Schulen sind zu einem bevorzugten Ziel terroristischer Angriffe geworden.

Wie kann die Destabilisierung überwunden, staatliche Strukturen und die Zivilgesellschaften gestärkt und Frieden, Stabilität und Entwicklung in den Sahelländern gefördert werden? Wie kann dies von Deutschland und der EU unterstützt werden? Welche Unterstützungsmöglichkeiten hat die afrikanische Diaspora?

Sie sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!

Idriss Tawat,

Geschäftsführer AMK e.V.

Programm AMK Fachtag 2020

09.30 Uhr     Empfang

09.45 Uhr     Begrüßung und Eröffnungsrede, Grußworte von I.E. Frau Oumou Sall Seck, Botschafterin von Mali, S.E. Simplice Honore Guibila, Botschafter von Burkina Faso

10.00 Uhr     Impulsvorträge

  1. Die Sicherheitslage in der Region und die Rolle Deutschlands und der EU, Botschafter Andreas Künne (Beauftragter für die Vereinten Nationen und Terrorismusbekämpfung im Auswärtigen Amt) (angefragt)
  2. Sozio-ökonomische Konflikte in der Sahelregion – nicht nur zwischen Ackerbauern und Viehhirten. Was geschehen sollte, damit sich die Lage stabilisiert, gerade in Zeiten des Klimawandels, Olaf Bernau (Afrique-Europe-Interact)
  3. Jugend, Terrorismus, Staat und Religion in der sozialen Transformation, Dr. Abdoulaye Sounaye (Leibniz Zentrum Moderner Orient)
  4. Einflussmöglichkeiten der Zivilgesellschaften und der Diaspora, Noël Kabore (Bürger aus Burkina Faso e.V.)

11.30 Uhr    Podiums- und Publikumsdiskussion mit I.E. Frau Oumou Sall Seck, Botschafterin von Mali, S.E. Simplice Honore Guibila, Botschafter von Burkina Faso, Uwe Kekeritz, MdB Bündnis 90/Die Grünen

13.00 Uhr     Mittagspause mit afrikanischem Buffet

14.00 Uhr    Parallel stattfindende Workshops

  1. Wie kann die ökonomische Lage in der Region verbessert werden, um eine Stabilisierung zu erreichen? Wie können ökonomische und institutionelle Entwicklungshemmnisse überwunden werden. Wie kann die Sicherheitslage in der Region verbessert werden? Wie können staatliche Strukturen stabilisiert werden? Wie kann der “Marshallplan mit Afrika” der Bundesregierung genutzt werden? Was leisten die Förderungen der Bundesregierung und der EU?
  2. Welche Einflussmöglichkeiten haben die Zivilgesellschaften, die afrikanischen Diasporen, Kirchen und Moscheen und entwicklungspolitische NROs sowohl in Deutschland, als auch in den afrikanischen Ländern der Region? Welche Beiträge können sie zur Stabilisierung leisten? Wie können sie die Regierungen ihrer Länder beeinflussen? Wie können sie den interkulturellen und interreligiösen Dialog fördern, um ausgleichende Vermittlungen zwischen verschiedenen religiösen und sozialen Gruppen in der Region zu fördern und der extremistischen Instrumentalisierung von Religion vorzubeugen?

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Abschlussdiskussion

Die Teilnahme am Fachtag ist für Sie kostenfrei. Die Veranstaltung wird simultan in Deutsch/Englisch/Französisch übersetzt. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, wenn Sie Bedarf an einer Übersetzung haben.

Bei der Veranstaltung werden wir alle vorgegebenen Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie einhalten. Bitte bringen Sie eine Maske mit!

Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich, coronabedingt mit der Angabe Ihrer vollständigen Anschrift und Telefonnummer.

Anmeldung: amk-berlin@gmx.de Rückfragen auch tel.: 030/407 57 552

AMK Conférence 2020

La paix, la sécurité et la stabilité sont des conditions indispensables au développement. Les pays de la région du Sahel sont néanmoins confrontés à des défis très particuliers : Depuis la chute du régime de Kadhafi, la déstabilisation s’est étendue à partir de la Libye. Le commerce des armes est florissant. Les groupes islamistes terrorisent la population et alimentent les conflits locaux. Les voies d’évacuation à travers les pays du Sahel sont devenues encore plus dangereuses.

En outre, la modification des structures agricoles dans le cadre du processus d’intégration au marché mondial et de la croissance démographique entraîne un sous-emploi qui ne peut être absorbé par l’industrie manufacturière de la région. Ceux qui sont licenciés se retrouvent dans le secteur informel précaire. Selon le dernier rapport du PNUD sur le développement humain, le Mali (182e), le Burkina Faso (183e), le Tchad (186e) et le Niger (189e) sont en bas de la liste des 189 pays considérés. En outre, la région est particulièrement touchée par le changement climatique et les conflits entre agriculteurs et éleveurs de bétail pour les terres fertiles augmentent. Les conséquences du colonialisme jouent évidemment un rôle : des frontières artificiellement tracées en ignorant la réalité ethnique et/ou sociale et l’obligation de l’adoption des formes d’État centralisé par les puissances coloniales ont conduit à la marginalisation permanente de régions déjà en pénurie et où des structures étatiques affaiblies par les puissances coloniales. Le manque de confiance dans les structures étatiques faibles reproduit le tribalisme et se transforme rapidement en rejet. Les systèmes éducatifs négligés de ces régions sont également un terreau fertile pour le terrorisme, et les écoles sont devenues une cible privilégiée pour les attaques terroristes.

Comment surmonter la déstabilisation, renforcer les structures étatiques et les sociétés civiles et promouvoir la paix, la stabilité et le développement dans les pays du Sahel ? Comment l’Allemagne et l’UE peuvent-elles soutenir cette initiative ? Quel soutien est offert à la diaspora africaine ?

Vous êtes cordialement invités à vous joindre à la discussion !

Idriss Tawat, 

Directeur général AMK e.V.

Gefördert durch Engagement Global im Auftrag des BMZ, kofinanziert von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin.

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